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Aktuelles

Waldbesitzerinformation

Liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer im Landkreis Emmendingen,

liebe Mitglieder unserer Waldgenossenschaft,

sehr geehrte Damen und Herren,

der Holzmarkt hat sich in den letzten Wochen positiv entwickelt und in der Presse sind steigende Holzpreise und der Mangel an Schnittholz Thema. Daher möchten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen informieren.


Allgemeine Lage

Auftragslage und Einschnittsvolumen der Sägeindustrie sind weiterhin sehr hoch. Aufgrund der lukrativen Exportmöglichkeiten (besonders nach Übersee) ist der Markt für KVH (Konstruktionsvollholz) und für veredelte Schnittware bei uns leergekauft. Für viele Sägewerksprodukte gibt es teilweise längere Wartezeiten. Der Waldbesitz bei uns im Landkreis hat in den ersten vier Monaten dieses Jahres die Rundholzlieferverträge alle erfüllt, wurde aber nur eingeschränkt an der Preisentwicklung beteiligt. Dies kommt leider in der Presse nicht immer so deutlich heraus.

In diesem Zusammenhang gibt es viele Fragen. Wir versuchen einen differenzierten Blick auf die Situation und die Auswirkungen für die Waldbesitzer im Landkreis.


Waldschutz

Die letzten drei Jahren, geprägt von einer außergewöhnlichen Trockenheit und hohen Temperaturen führten zu einer starken Massenvermehrung von Borkenkäfern. In diesem Jahr sind die Vorzeichen aus Sicht der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer günstiger: relativ kühle Temperaturen im Frühjahr und Niederschläge haben dazu geführt, dass die Borkenkäfer deutlich später aktiv werden. Größere Sturm- oder Schneebruchereignisse sind zum Glück ausgeblieben. Dadurch reduziert sich nach Einschätzung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg das Risiko der Anlage einer möglichen 3. Käfergeneration im Spätsommer. Dennoch ist die Populationsdichte bei den Borkenkäfern nach wie vor überdurchschnittlich hoch – von Entwarnung sind wir noch deutlich entfernt. Daher ist es sehr wichtig, altes Käferholz mit anhaftender Rinde (Überwinterungsbäume) sowie vereinzelt angefallenes Sturm- und Schneebruchholz konsequent aufzuarbeiten und mit ansteigenden Temperaturen den Wald auf Käferbefall zu kontrollieren (v.a. im Bereich von Befallspunkten aus dem Vorjahr, am Rand aufgerissener Bestände und in südexponierten Hängen).

Verbunden mit der Trockenheit und Hitze treten zunehmend Trockenschäden an Buchen, Weißtannen und anderen Baumarten auf. Dies führt mancherorts bereits jetzt zu einem teils erheblichen Absterben insbesondere von Altbäumen

Achtung: Dadurch vergrößern sich die Risiken bei der Aufarbeitung der Bäume (Unfallgefahr bei der Waldarbeit) sowie durch umstürzende Bäume oder herabfallende Baumteile entlang der Bebauung und von öffentlichen Straßen (erhöhter Verkehrssicherungspflicht)


Strukturwandel in der Sägeindustrie

Das holzverarbeitende Gewerbe hat in den letzten Jahren auf den Einsatz von KVH (Konstruktionsvollholz), Halbfertigwaren und Plattensysteme umgestellt. Das früher übliche „Bauholz nach Liste“ hat größere Marktanteile verloren. Mit dem Verlust dieser Marktanteile hat sich die Sägeindustrie, auch bei uns im Landkreis, verändert. Viele regionalen Sägewerke mussten in den letzten Jahren ihren Einschnitt der Situation anpassen (Sondersortimente, Douglasie, Palette) oder aufgeben.  Ein Ausdruck dieses Strukturwandels ist die Tatsache, dass deutschlandweit 80% des Holzes von 4% der Sägewerke eingeschnitten werden. Diese Großsägewerke sind überregional unterwegs und kaufen ihr Rundholz mit einer schlagkräftigen Logistik dort, wo es gerade verfügbar und günstig ist.


Entwicklung beim Holzbau

Der moderne Holzbau ist im Aufwind, Holz als ökologischer Baustoff ist gesucht, mehrgeschossige Wohnbauten in Holz beginnen sich zu etablieren und werden zukunftsfähig. Die Zuwachsraten beim Holzbau werden aber getragen durch moderne Holzbaustoffe und Plattensysteme, welche durch die Großindustrie produziert werden.


Käferholz, Kalamitäten, das Leben mit den Katastrophen

In Deutschland wurden im Jahre 2020 insgesamt über 80 Mio Fm Holz eingeschlagen, von 2018 bis 2020 sind allein 176 Mio Fm Schadholz angefallen. Die Einschnittskapazitäten, besonders bei den Großsägewerken, wurden weiter aufgebaut und neue Absatzkanäle erschlossen. Die Erholung der Rundholzpreise konnte erst richtig einsetzen, als der Holzanfall aus den Hauptschadensgebieten nachgelassen hat.


Waldbau/ Wiederbewaldung

Nach den Kalamitäten aus den Vorjahren stehen viele Waldbesitzende vor der Frage, ob sie tatsächlich Holz machen sollen oder nicht. Wichtig ist hier vor allem, weiteren Schäden vorzubeugen. So sind im Randbereich von Schadflächen oft Bestandesreste, die durch die Freistellung über kurz oder lang auch als Schadholz anfallen werden. Meist ist es sinnvoll, diese Reste zeitnah zu nutzen – der Holzmarkt bietet derzeit gute Chancen. Bei der planmäßigen Nutzung von Fichten sind dabei die Grenzwerte der im Rahmen der Aktivierung des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes Ende April in Kraft getretenen Verordnung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft über die Einschlagsbeschränkung bei Fichte zu beachten (Beschränkung der ordentlichen Nutzung von Fichte im Zeitraum 01.10.2020 – 30.09.2021 auf 85 % des durchschnittlichen Einschlags der Jahre 2013 – 2017, alternativ 5 Festmeter je Jahr und Hektar). Informationen zu den steuerlichen Auswirkungen und Möglichkeiten im Rahmen dieser Regelungen werden derzeit von der Finanzverwaltung vorbereitet.

Für die Wiederbewaldung nach Schadereignissen über Naturverjüngung sind angepasste Wildbestände dringend erforderlich. Das Ergebnis der neuesten forstlichen Gutachten (Verbissgutachten) zeigt, dass aufgrund eines teils hohen Verbisses nicht überall hinreichende Voraussetzungen für eine natürliche Verjüngung klimastabiler Baumarten wie etwa für die Tanne oder Eiche bestehen. Nur im Dialog zwischen Waldbesitzenden und den Jägerinnen und Jägern vor Ort kann es gelingen, den Wald fit für den Klimawandel zu machen. Als Jagdgenossinnen und Jagdgenossen haben Sie als Waldbesitzenden Einfluss auf die Bejagung Ihres Waldes. Nutzen Sie es, wo es erforderlich ist.

Bei der Entscheidung darüber, welche Baumarten künftig in unseren Wäldern stehen sollen, ist die Einschätzung der Standorte mit all ihren Eigenschaften erforderlich. Im öffentlichen Wald steht hierfür eine umfassende Standortskartierung zur Verfügung. Diese Kartierung gibt es im Privatwald so noch nicht. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt hat deshalb ein Projekt zur vereinfachten Standortskartierung im Privatwald gestartet. Hierzu werden neue Verfahren der Standortskartierung entwickelt und in einer Modellregion umgesetzt. Im Landkreis Emmendingen umfasst diese Modellregion die Wälder östlich der Elz.


Förderung:

Für die Beseitigung der Folgen von Extremwetterereignissen ( Schneebruch, Sturm, Trockenheit, Borkenkäfer…) stehen auch dieses Jahr wieder Fördermittel bereit zur Aufarbeitung, für die Überwachung der Bestände, das Hacken von Schadholz, für die Wiederbewaldung über Naturverjüngung und Pflanzung mit standortsgerechten und möglichst klimastabilen Baumarten.

Ihre Revierleiterinnen und Revierleiter stehen Ihnen hier gerne beratend zur Seite. Wo sinnvoll und möglich wird versucht, Sammelanträge anzubieten. Denken Sie auch daran, die Bundeswaldprämie zu beantragen, durch die nachhaltig bewirtschaftete Wälder mit 100- 120 €/ha von der Bundesrepublik gefördert werden
(sie muss online beantragt werden unter www.bundeswaldpraemie.de)


Wie geht es weiter?

Die Rundholzpreise konnten zum Jahreswechsel und im April angepasst werden. Wir haben beim Nadelstammholz aktuell wieder die Preise vom 4. Quartal 2018 erreicht.  Aber es gibt unterschiedliche Laufzeiten für unterschiedliche Verträge mit unterschiedlichen Konditionen.

Nadelstammholz für die Spanerindustrie ist gesucht und wird laufend übernommen, weil der Bau (und der Export) auf Hochtouren läuft. Die Nachfrage nach Douglasien-Stammholz ist eher noch höher als bei Fichte. Im Gegensatz zum Schnittholzmarkt stagniert die Papierproduktion und somit unsere Absatzmöglichkeiten für Industrieholz für die Papierindustrie. Die Laubholzsaison ist beendet, begrenzte Eichen- und Eschenmengen sind aber im Mai noch absetzbar.

Jetzt wäre also Zeit, sich um forstschutzrelevante Bestände zu kümmern und ehemalige Käferflächen zu rändeln oder abgängige Stämme zu ernten, bevor sie zu Käferholz werden.

Ihre Waldgenossenschaft und Ihr Forstamt Emmendingen möchten Sie bei der Arbeit in Ihrem Wald begleiten und unterstützen und wünscht Ihnen und Ihren Familien in den nächsten Wochen und Monaten viel Erfolg, viel Glück und Gesundheit in diesen turbulenten Zeiten.


Herzlichen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Vorstand Waldgenossenschaft: Hannelore Reinbold-Mench 

Forstamt Emmendingen: Dr. Martin Schreiner

Berichterstatter: Karl Weber, Dr. Frieder Hepperle, B. Baumann

Neue Verwaltungsvorschrift „Nachhaltige Waldwirtschaft“

Neuerungen der forstlichen Förderung in Zeiten von Dürre, Stürmen und Borkenkäfer

Für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sollen die Fördermaßnahmen der neu aufgestellten Verwaltungsvorschrift „Nachhaltige Waldwirtschaft“ eine passgenaue und schnelle Unterstützung sein.

Dies ist nötig, da sich die Wälder in Baden-Württemberg in einer Ausnahmesituation befinden. Der Klimawandel hat den Wäldern mit Dürre, Hitze und Schädlingen stark zugesetzt. Oberstes Ziel ist es, den Wald mit all seinen Leistungen für Mensch und Umwelt zu erhalten.

Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Fördermaßnahmen wird die Unterstützung der Waldbesitzer bei der Aufarbeitung von Schadholz sein. Der Fördersatz des letzten Jahres konnte auf 6 € je Festmeter (ohne Rinde) erhöht werden. Begleitet wird diese Maßnahme durch weitere Förderungen, welche zur Aufarbeitung ergänzt werden können. Zentraler Bestandteil sind auch attraktive Pauschalen und Vereinfachungen bei der Förderung einer anstehenden Wiederbewaldung. Zudem wurde ein komplett neues Maßnahmenpaket zur Förderung des Waldnaturschutzes geschaffen.

Die Försterinnen und Förster der Landesforstverwaltung an den unteren Forstbehörden beraten Sie gerne, um Sie in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen. Die Landesforstverwaltung informiert zusätzlich im Förderwegweiser des Landes unter www.foerderwegweiser.landwirtschaft-bw.de in der Rubrik Forstwirtschaftliche Fördermaßnahmen.



Betreuung im Privatwald

Information zu Änderungen im Zuge der Forstneuorganisation

Informationen zu Änderungen im Zuge der Forstneuorganisation. Warum gibt es Änderungen in der Privatwaldbetreuung, was ändert sich und was bleibt?

Bitte klicken Sie auf diesen LINK:

Flyer vom MINISTERIUM FÜR LÄNDLICHEN RAUM UND VERBRAUCHERSCHUTZ

weitere Einträge zeigen


Holzmarkt

Information Herbst 2020

Fi / Ta Spanerholz

Nur wenige Kunden sind mit Nasslagermengen und nachlaufendem ZN überversorgt. Die meisten Firmen sind an Frischholz interessiert, eine Preisentwicklung zwischen 72-75.-€/Fm im Leitsortiment scheint möglich. Wir möchten Ihnen deshalb empfehlen, die guten Witterungsbedingungen im Herbst zu nutzen, vorratsreiche Bestände zu durchforsten und labile Schadholzreste zu räumen. Die Buchdruckerpopulation, die in unseren Wäldern überwintern wird, ist hoch und die Gefahr einer Massenvermehrung im nächsten Jahr ist realistisch.

Douglasienstammholz

Die Douglasie wurde in den letzten 3 Jahren immer stabil nachgefragt, die Preise haben im Gegensatz zu Fichte und Tanne eher zugelegt und die weitere Prognose ist ebenfalls positiv. Aktuell liegen wir im Dgl-Leitsortiment deutlich über 100 €/Fm. Douglasienstammholz kann deshalb in allen Sortimenten unbegrenzt weiter bereitgestellt werden.

Palettenholz für die regionale Sägeindustrie

Die Nachfrage nach Palette- lang und Palette-Fixlänge hat sich wieder deutlich erhöht, die Waldlager wurden abgebaut. Es bestehen aktuell gute Möglichkeiten entsprechende Hölzer, gerade im ZN-Bereich (dürre Tannen und Fichtenkäferholz) einzuschlagen und zeitnah zu vermarkten.

Nadelindustrieholz für die Papierindustrie

Bei STORA ENSO sind im November weitere Produktionsstillstände geplant. Laufende Übernahmen sind zwar möglich, die Mengen sollten aber unsererseits bis Jahresende eher auf einem geringeren Niveau gehalten werden.

Eichen- und Eschen-Stammholz

Die Ausgangslage und die Preise sind ähnlich gut wie im letzten Jahr. Unsere Einschlagsempfehlung gilt weiterhin, auch für die Räumung von abgängigen Eschenbeständen (auch in schwächeren Dimensionen).

Buchenstammholz

Es gibt für unsere Mitglieder ein umfassendes Angebot für die Vermarktung von Buchenstammholz in fast allen Sortimenten (reg. Sägewerke, Export, Pollmeier). Den Waldbesitzern wird empfohlen, die Chancen zu nutzen und sich von ihren Revierleitern entsprechend beraten zu lassen. Da sich das Verhalten der Exportmärkte aber noch nicht endgültig absehen lässt, wird empfohlen, den Bucheneinschlag bis Ende Februar 2021 abzuschließen.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass sich der Holzeinschlag über die Wintermonate bei vielen Sortimenten rechnen wird und empfohlen werden kann. Welche Auswirkungen die neuen Corona-Einschränkungen haben werden ist allerdings noch nicht absehbar. Zum Schluss möchten wir noch kurz über die Tätigkeit der Waldgenossenschaft im Jahre 2020 berichten. Nachdem im Bereich Forstschutz und Käferbefall ein schwieriges Jahr prognostiziert wurde, ist es gelungen, die Vorvertragsmengen für die Massensortimente zu erhöhen, damit der Marktzugang für Ihr Holz durchgehend sichergestellt werden konnte. In diesem Jahr waren keine Nadelholzexporte im Container nach Asien erforderlich. Im Frühjahr wurden Nasslager für das Sturmholz aus dem Februar eingerichtet, um den Markt zu entlasten. Ein besonderer Dank gilt hier der FBG Simonswald, welche das Nasslager Kilpen eingerichtet hat und betreut. Für die Nasslagerkosten, welche nicht durch die Förderung gedeckt sind, wird eine Kostenbeteiligung in Höhe von 2,5-3 €/Fm bei der Gutschrift einbehalten. Außerdem werden bis Weihnachten alle 3 Nasslager abgerechnet und an die Waldbesitzer ausgezahlt werden können (teilweise tritt die Waldgenossenschaft in Vorlage). Außerdem ist es gelungen, größere Käferholzmengen durch Hacken und Vermarktung an die Holzwerkstoffindustrie zu entsorgen.

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Impressum
Datenschutz

© 2021 Waldgenossenschaft
Schwarzwald-Breisgau

Unsere Geschäftsstelle
ist für Sie da:

Rathausplatz 1
79183 Waldkirch
Tel.:  07641 - 451-9445
Fax:  07641 - 451-149445

E-Mail
ObscureOurMail

Öffnungszeiten

Mo - Do    8:00 - 17.30
Freitag      8:00 - 13:00

Ihr Ansprechpartner ist
Herr Weber

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Waldbesitzerinformation

Liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer im Landkreis Emmendingen,

liebe Mitglieder unserer Waldgenossenschaft,

sehr geehrte Damen und Herren,

der Holzmarkt hat sich in den letzten Wochen positiv entwickelt und in der Presse sind steigende Holzpreise und der Mangel an Schnittholz Thema. Daher möchten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen informieren.


Allgemeine Lage

Auftragslage und Einschnittsvolumen der Sägeindustrie sind weiterhin sehr hoch. Aufgrund der lukrativen Exportmöglichkeiten (besonders nach Übersee) ist der Markt für KVH (Konstruktionsvollholz) und für veredelte Schnittware bei uns leergekauft. Für viele Sägewerksprodukte gibt es teilweise längere Wartezeiten. Der Waldbesitz bei uns im Landkreis hat in den ersten vier Monaten dieses Jahres die Rundholzlieferverträge alle erfüllt, wurde aber nur eingeschränkt an der Preisentwicklung beteiligt. Dies kommt leider in der Presse nicht immer so deutlich heraus.

In diesem Zusammenhang gibt es viele Fragen. Wir versuchen einen differenzierten Blick auf die Situation und die Auswirkungen für die Waldbesitzer im Landkreis.


Waldschutz

Die letzten drei Jahren, geprägt von einer außergewöhnlichen Trockenheit und hohen Temperaturen führten zu einer starken Massenvermehrung von Borkenkäfern. In diesem Jahr sind die Vorzeichen aus Sicht der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer günstiger: relativ kühle Temperaturen im Frühjahr und Niederschläge haben dazu geführt, dass die Borkenkäfer deutlich später aktiv werden. Größere Sturm- oder Schneebruchereignisse sind zum Glück ausgeblieben. Dadurch reduziert sich nach Einschätzung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg das Risiko der Anlage einer möglichen 3. Käfergeneration im Spätsommer. Dennoch ist die Populationsdichte bei den Borkenkäfern nach wie vor überdurchschnittlich hoch – von Entwarnung sind wir noch deutlich entfernt. Daher ist es sehr wichtig, altes Käferholz mit anhaftender Rinde (Überwinterungsbäume) sowie vereinzelt angefallenes Sturm- und Schneebruchholz konsequent aufzuarbeiten und mit ansteigenden Temperaturen den Wald auf Käferbefall zu kontrollieren (v.a. im Bereich von Befallspunkten aus dem Vorjahr, am Rand aufgerissener Bestände und in südexponierten Hängen).

Verbunden mit der Trockenheit und Hitze treten zunehmend Trockenschäden an Buchen, Weißtannen und anderen Baumarten auf. Dies führt mancherorts bereits jetzt zu einem teils erheblichen Absterben insbesondere von Altbäumen

Achtung: Dadurch vergrößern sich die Risiken bei der Aufarbeitung der Bäume (Unfallgefahr bei der Waldarbeit) sowie durch umstürzende Bäume oder herabfallende Baumteile entlang der Bebauung und von öffentlichen Straßen (erhöhter Verkehrssicherungspflicht)


Strukturwandel in der Sägeindustrie

Das holzverarbeitende Gewerbe hat in den letzten Jahren auf den Einsatz von KVH (Konstruktionsvollholz), Halbfertigwaren und Plattensysteme umgestellt. Das früher übliche „Bauholz nach Liste“ hat größere Marktanteile verloren. Mit dem Verlust dieser Marktanteile hat sich die Sägeindustrie, auch bei uns im Landkreis, verändert. Viele regionalen Sägewerke mussten in den letzten Jahren ihren Einschnitt der Situation anpassen (Sondersortimente, Douglasie, Palette) oder aufgeben.  Ein Ausdruck dieses Strukturwandels ist die Tatsache, dass deutschlandweit 80% des Holzes von 4% der Sägewerke eingeschnitten werden. Diese Großsägewerke sind überregional unterwegs und kaufen ihr Rundholz mit einer schlagkräftigen Logistik dort, wo es gerade verfügbar und günstig ist.


Entwicklung beim Holzbau

Der moderne Holzbau ist im Aufwind, Holz als ökologischer Baustoff ist gesucht, mehrgeschossige Wohnbauten in Holz beginnen sich zu etablieren und werden zukunftsfähig. Die Zuwachsraten beim Holzbau werden aber getragen durch moderne Holzbaustoffe und Plattensysteme, welche durch die Großindustrie produziert werden.


Käferholz, Kalamitäten, das Leben mit den Katastrophen

In Deutschland wurden im Jahre 2020 insgesamt über 80 Mio Fm Holz eingeschlagen, von 2018 bis 2020 sind allein 176 Mio Fm Schadholz angefallen. Die Einschnittskapazitäten, besonders bei den Großsägewerken, wurden weiter aufgebaut und neue Absatzkanäle erschlossen. Die Erholung der Rundholzpreise konnte erst richtig einsetzen, als der Holzanfall aus den Hauptschadensgebieten nachgelassen hat.


Waldbau/ Wiederbewaldung

Nach den Kalamitäten aus den Vorjahren stehen viele Waldbesitzende vor der Frage, ob sie tatsächlich Holz machen sollen oder nicht. Wichtig ist hier vor allem, weiteren Schäden vorzubeugen. So sind im Randbereich von Schadflächen oft Bestandesreste, die durch die Freistellung über kurz oder lang auch als Schadholz anfallen werden. Meist ist es sinnvoll, diese Reste zeitnah zu nutzen – der Holzmarkt bietet derzeit gute Chancen. Bei der planmäßigen Nutzung von Fichten sind dabei die Grenzwerte der im Rahmen der Aktivierung des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes Ende April in Kraft getretenen Verordnung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft über die Einschlagsbeschränkung bei Fichte zu beachten (Beschränkung der ordentlichen Nutzung von Fichte im Zeitraum 01.10.2020 – 30.09.2021 auf 85 % des durchschnittlichen Einschlags der Jahre 2013 – 2017, alternativ 5 Festmeter je Jahr und Hektar). Informationen zu den steuerlichen Auswirkungen und Möglichkeiten im Rahmen dieser Regelungen werden derzeit von der Finanzverwaltung vorbereitet.

Für die Wiederbewaldung nach Schadereignissen über Naturverjüngung sind angepasste Wildbestände dringend erforderlich. Das Ergebnis der neuesten forstlichen Gutachten (Verbissgutachten) zeigt, dass aufgrund eines teils hohen Verbisses nicht überall hinreichende Voraussetzungen für eine natürliche Verjüngung klimastabiler Baumarten wie etwa für die Tanne oder Eiche bestehen. Nur im Dialog zwischen Waldbesitzenden und den Jägerinnen und Jägern vor Ort kann es gelingen, den Wald fit für den Klimawandel zu machen. Als Jagdgenossinnen und Jagdgenossen haben Sie als Waldbesitzenden Einfluss auf die Bejagung Ihres Waldes. Nutzen Sie es, wo es erforderlich ist.

Bei der Entscheidung darüber, welche Baumarten künftig in unseren Wäldern stehen sollen, ist die Einschätzung der Standorte mit all ihren Eigenschaften erforderlich. Im öffentlichen Wald steht hierfür eine umfassende Standortskartierung zur Verfügung. Diese Kartierung gibt es im Privatwald so noch nicht. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt hat deshalb ein Projekt zur vereinfachten Standortskartierung im Privatwald gestartet. Hierzu werden neue Verfahren der Standortskartierung entwickelt und in einer Modellregion umgesetzt. Im Landkreis Emmendingen umfasst diese Modellregion die Wälder östlich der Elz.


Förderung:

Für die Beseitigung der Folgen von Extremwetterereignissen ( Schneebruch, Sturm, Trockenheit, Borkenkäfer…) stehen auch dieses Jahr wieder Fördermittel bereit zur Aufarbeitung, für die Überwachung der Bestände, das Hacken von Schadholz, für die Wiederbewaldung über Naturverjüngung und Pflanzung mit standortsgerechten und möglichst klimastabilen Baumarten.

Ihre Revierleiterinnen und Revierleiter stehen Ihnen hier gerne beratend zur Seite. Wo sinnvoll und möglich wird versucht, Sammelanträge anzubieten. Denken Sie auch daran, die Bundeswaldprämie zu beantragen, durch die nachhaltig bewirtschaftete Wälder mit 100- 120 €/ha von der Bundesrepublik gefördert werden
(sie muss online beantragt werden unter www.bundeswaldpraemie.de)


Wie geht es weiter?

Die Rundholzpreise konnten zum Jahreswechsel und im April angepasst werden. Wir haben beim Nadelstammholz aktuell wieder die Preise vom 4. Quartal 2018 erreicht.  Aber es gibt unterschiedliche Laufzeiten für unterschiedliche Verträge mit unterschiedlichen Konditionen.

Nadelstammholz für die Spanerindustrie ist gesucht und wird laufend übernommen, weil der Bau (und der Export) auf Hochtouren läuft. Die Nachfrage nach Douglasien-Stammholz ist eher noch höher als bei Fichte. Im Gegensatz zum Schnittholzmarkt stagniert die Papierproduktion und somit unsere Absatzmöglichkeiten für Industrieholz für die Papierindustrie. Die Laubholzsaison ist beendet, begrenzte Eichen- und Eschenmengen sind aber im Mai noch absetzbar.

Jetzt wäre also Zeit, sich um forstschutzrelevante Bestände zu kümmern und ehemalige Käferflächen zu rändeln oder abgängige Stämme zu ernten, bevor sie zu Käferholz werden.

Ihre Waldgenossenschaft und Ihr Forstamt Emmendingen möchten Sie bei der Arbeit in Ihrem Wald begleiten und unterstützen und wünscht Ihnen und Ihren Familien in den nächsten Wochen und Monaten viel Erfolg, viel Glück und Gesundheit in diesen turbulenten Zeiten.


Herzlichen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Vorstand Waldgenossenschaft: Hannelore Reinbold-Mench 

Forstamt Emmendingen: Dr. Martin Schreiner

Berichterstatter: Karl Weber, Dr. Frieder Hepperle, B. Baumann

Neue Verwaltungsvorschrift „Nachhaltige Waldwirtschaft“

Neuerungen der forstlichen Förderung in Zeiten von Dürre, Stürmen und Borkenkäfer

Für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sollen die Fördermaßnahmen der neu aufgestellten Verwaltungsvorschrift „Nachhaltige Waldwirtschaft“ eine passgenaue und schnelle Unterstützung sein.

Dies ist nötig, da sich die Wälder in Baden-Württemberg in einer Ausnahmesituation befinden. Der Klimawandel hat den Wäldern mit Dürre, Hitze und Schädlingen stark zugesetzt. Oberstes Ziel ist es, den Wald mit all seinen Leistungen für Mensch und Umwelt zu erhalten.

Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Fördermaßnahmen wird die Unterstützung der Waldbesitzer bei der Aufarbeitung von Schadholz sein. Der Fördersatz des letzten Jahres konnte auf 6 € je Festmeter (ohne Rinde) erhöht werden. Begleitet wird diese Maßnahme durch weitere Förderungen, welche zur Aufarbeitung ergänzt werden können. Zentraler Bestandteil sind auch attraktive Pauschalen und Vereinfachungen bei der Förderung einer anstehenden Wiederbewaldung. Zudem wurde ein komplett neues Maßnahmenpaket zur Förderung des Waldnaturschutzes geschaffen.

Die Försterinnen und Förster der Landesforstverwaltung an den unteren Forstbehörden beraten Sie gerne, um Sie in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen. Die Landesforstverwaltung informiert zusätzlich im Förderwegweiser des Landes unter www.foerderwegweiser.landwirtschaft-bw.de in der Rubrik Forstwirtschaftliche Fördermaßnahmen.



Betreuung im Privatwald

Information zu Änderungen im Zuge der Forstneuorganisation

Informationen zu Änderungen im Zuge der Forstneuorganisation. Warum gibt es Änderungen in der Privatwaldbetreuung, was ändert sich und was bleibt?

Bitte klicken Sie auf diesen LINK:

Flyer vom MINISTERIUM FÜR LÄNDLICHEN RAUM UND VERBRAUCHERSCHUTZ

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Holzmarkt

Information Herbst 2020

Fi / Ta Spanerholz

Nur wenige Kunden sind mit Nasslagermengen und nachlaufendem ZN überversorgt. Die meisten Firmen sind an Frischholz interessiert, eine Preisentwicklung zwischen 72-75.-€/Fm im Leitsortiment scheint möglich. Wir möchten Ihnen deshalb empfehlen, die guten Witterungsbedingungen im Herbst zu nutzen, vorratsreiche Bestände zu durchforsten und labile Schadholzreste zu räumen. Die Buchdruckerpopulation, die in unseren Wäldern überwintern wird, ist hoch und die Gefahr einer Massenvermehrung im nächsten Jahr ist realistisch.

Douglasienstammholz

Die Douglasie wurde in den letzten 3 Jahren immer stabil nachgefragt, die Preise haben im Gegensatz zu Fichte und Tanne eher zugelegt und die weitere Prognose ist ebenfalls positiv. Aktuell liegen wir im Dgl-Leitsortiment deutlich über 100 €/Fm. Douglasienstammholz kann deshalb in allen Sortimenten unbegrenzt weiter bereitgestellt werden.

Palettenholz für die regionale Sägeindustrie

Die Nachfrage nach Palette- lang und Palette-Fixlänge hat sich wieder deutlich erhöht, die Waldlager wurden abgebaut. Es bestehen aktuell gute Möglichkeiten entsprechende Hölzer, gerade im ZN-Bereich (dürre Tannen und Fichtenkäferholz) einzuschlagen und zeitnah zu vermarkten.

Nadelindustrieholz für die Papierindustrie

Bei STORA ENSO sind im November weitere Produktionsstillstände geplant. Laufende Übernahmen sind zwar möglich, die Mengen sollten aber unsererseits bis Jahresende eher auf einem geringeren Niveau gehalten werden.

Eichen- und Eschen-Stammholz

Die Ausgangslage und die Preise sind ähnlich gut wie im letzten Jahr. Unsere Einschlagsempfehlung gilt weiterhin, auch für die Räumung von abgängigen Eschenbeständen (auch in schwächeren Dimensionen).

Buchenstammholz

Es gibt für unsere Mitglieder ein umfassendes Angebot für die Vermarktung von Buchenstammholz in fast allen Sortimenten (reg. Sägewerke, Export, Pollmeier). Den Waldbesitzern wird empfohlen, die Chancen zu nutzen und sich von ihren Revierleitern entsprechend beraten zu lassen. Da sich das Verhalten der Exportmärkte aber noch nicht endgültig absehen lässt, wird empfohlen, den Bucheneinschlag bis Ende Februar 2021 abzuschließen.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass sich der Holzeinschlag über die Wintermonate bei vielen Sortimenten rechnen wird und empfohlen werden kann. Welche Auswirkungen die neuen Corona-Einschränkungen haben werden ist allerdings noch nicht absehbar. Zum Schluss möchten wir noch kurz über die Tätigkeit der Waldgenossenschaft im Jahre 2020 berichten. Nachdem im Bereich Forstschutz und Käferbefall ein schwieriges Jahr prognostiziert wurde, ist es gelungen, die Vorvertragsmengen für die Massensortimente zu erhöhen, damit der Marktzugang für Ihr Holz durchgehend sichergestellt werden konnte. In diesem Jahr waren keine Nadelholzexporte im Container nach Asien erforderlich. Im Frühjahr wurden Nasslager für das Sturmholz aus dem Februar eingerichtet, um den Markt zu entlasten. Ein besonderer Dank gilt hier der FBG Simonswald, welche das Nasslager Kilpen eingerichtet hat und betreut. Für die Nasslagerkosten, welche nicht durch die Förderung gedeckt sind, wird eine Kostenbeteiligung in Höhe von 2,5-3 €/Fm bei der Gutschrift einbehalten. Außerdem werden bis Weihnachten alle 3 Nasslager abgerechnet und an die Waldbesitzer ausgezahlt werden können (teilweise tritt die Waldgenossenschaft in Vorlage). Außerdem ist es gelungen, größere Käferholzmengen durch Hacken und Vermarktung an die Holzwerkstoffindustrie zu entsorgen.

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Fax:  07641 - 451-149445

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ist Herr Weber

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Bergahorn jung

Waldbesitzerinformation

Liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer im Landkreis Emmendingen,

liebe Mitglieder unserer Waldgenossenschaft,

sehr geehrte Damen und Herren,

der Holzmarkt hat sich in den letzten Wochen positiv entwickelt und in der Presse sind steigende Holzpreise und der Mangel an Schnittholz Thema. Daher möchten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen informieren.


Allgemeine Lage

Auftragslage und Einschnittsvolumen der Sägeindustrie sind weiterhin sehr hoch. Aufgrund der lukrativen Exportmöglichkeiten (besonders nach Übersee) ist der Markt für KVH (Konstruktionsvollholz) und für veredelte Schnittware bei uns leergekauft. Für viele Sägewerksprodukte gibt es teilweise längere Wartezeiten. Der Waldbesitz bei uns im Landkreis hat in den ersten vier Monaten dieses Jahres die Rundholzlieferverträge alle erfüllt, wurde aber nur eingeschränkt an der Preisentwicklung beteiligt. Dies kommt leider in der Presse nicht immer so deutlich heraus.

In diesem Zusammenhang gibt es viele Fragen. Wir versuchen einen differenzierten Blick auf die Situation und die Auswirkungen für die Waldbesitzer im Landkreis.


Waldschutz

Die letzten drei Jahren, geprägt von einer außergewöhnlichen Trockenheit und hohen Temperaturen führten zu einer starken Massenvermehrung von Borkenkäfern. In diesem Jahr sind die Vorzeichen aus Sicht der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer günstiger: relativ kühle Temperaturen im Frühjahr und Niederschläge haben dazu geführt, dass die Borkenkäfer deutlich später aktiv werden. Größere Sturm- oder Schneebruchereignisse sind zum Glück ausgeblieben. Dadurch reduziert sich nach Einschätzung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg das Risiko der Anlage einer möglichen 3. Käfergeneration im Spätsommer. Dennoch ist die Populationsdichte bei den Borkenkäfern nach wie vor überdurchschnittlich hoch – von Entwarnung sind wir noch deutlich entfernt. Daher ist es sehr wichtig, altes Käferholz mit anhaftender Rinde (Überwinterungsbäume) sowie vereinzelt angefallenes Sturm- und Schneebruchholz konsequent aufzuarbeiten und mit ansteigenden Temperaturen den Wald auf Käferbefall zu kontrollieren (v.a. im Bereich von Befallspunkten aus dem Vorjahr, am Rand aufgerissener Bestände und in südexponierten Hängen).

Verbunden mit der Trockenheit und Hitze treten zunehmend Trockenschäden an Buchen, Weißtannen und anderen Baumarten auf. Dies führt mancherorts bereits jetzt zu einem teils erheblichen Absterben insbesondere von Altbäumen

Achtung: Dadurch vergrößern sich die Risiken bei der Aufarbeitung der Bäume (Unfallgefahr bei der Waldarbeit) sowie durch umstürzende Bäume oder herabfallende Baumteile entlang der Bebauung und von öffentlichen Straßen (erhöhter Verkehrssicherungspflicht)


Strukturwandel in der Sägeindustrie

Das holzverarbeitende Gewerbe hat in den letzten Jahren auf den Einsatz von KVH (Konstruktionsvollholz), Halbfertigwaren und Plattensysteme umgestellt. Das früher übliche „Bauholz nach Liste“ hat größere Marktanteile verloren. Mit dem Verlust dieser Marktanteile hat sich die Sägeindustrie, auch bei uns im Landkreis, verändert. Viele regionalen Sägewerke mussten in den letzten Jahren ihren Einschnitt der Situation anpassen (Sondersortimente, Douglasie, Palette) oder aufgeben.  Ein Ausdruck dieses Strukturwandels ist die Tatsache, dass deutschlandweit 80% des Holzes von 4% der Sägewerke eingeschnitten werden. Diese Großsägewerke sind überregional unterwegs und kaufen ihr Rundholz mit einer schlagkräftigen Logistik dort, wo es gerade verfügbar und günstig ist.


Entwicklung beim Holzbau

Der moderne Holzbau ist im Aufwind, Holz als ökologischer Baustoff ist gesucht, mehrgeschossige Wohnbauten in Holz beginnen sich zu etablieren und werden zukunftsfähig. Die Zuwachsraten beim Holzbau werden aber getragen durch moderne Holzbaustoffe und Plattensysteme, welche durch die Großindustrie produziert werden.


Käferholz, Kalamitäten, das Leben mit den Katastrophen

In Deutschland wurden im Jahre 2020 insgesamt über 80 Mio Fm Holz eingeschlagen, von 2018 bis 2020 sind allein 176 Mio Fm Schadholz angefallen. Die Einschnittskapazitäten, besonders bei den Großsägewerken, wurden weiter aufgebaut und neue Absatzkanäle erschlossen. Die Erholung der Rundholzpreise konnte erst richtig einsetzen, als der Holzanfall aus den Hauptschadensgebieten nachgelassen hat.


Waldbau/ Wiederbewaldung

Nach den Kalamitäten aus den Vorjahren stehen viele Waldbesitzende vor der Frage, ob sie tatsächlich Holz machen sollen oder nicht. Wichtig ist hier vor allem, weiteren Schäden vorzubeugen. So sind im Randbereich von Schadflächen oft Bestandesreste, die durch die Freistellung über kurz oder lang auch als Schadholz anfallen werden. Meist ist es sinnvoll, diese Reste zeitnah zu nutzen – der Holzmarkt bietet derzeit gute Chancen. Bei der planmäßigen Nutzung von Fichten sind dabei die Grenzwerte der im Rahmen der Aktivierung des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes Ende April in Kraft getretenen Verordnung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft über die Einschlagsbeschränkung bei Fichte zu beachten (Beschränkung der ordentlichen Nutzung von Fichte im Zeitraum 01.10.2020 – 30.09.2021 auf 85 % des durchschnittlichen Einschlags der Jahre 2013 – 2017, alternativ 5 Festmeter je Jahr und Hektar). Informationen zu den steuerlichen Auswirkungen und Möglichkeiten im Rahmen dieser Regelungen werden derzeit von der Finanzverwaltung vorbereitet.

Für die Wiederbewaldung nach Schadereignissen über Naturverjüngung sind angepasste Wildbestände dringend erforderlich. Das Ergebnis der neuesten forstlichen Gutachten (Verbissgutachten) zeigt, dass aufgrund eines teils hohen Verbisses nicht überall hinreichende Voraussetzungen für eine natürliche Verjüngung klimastabiler Baumarten wie etwa für die Tanne oder Eiche bestehen. Nur im Dialog zwischen Waldbesitzenden und den Jägerinnen und Jägern vor Ort kann es gelingen, den Wald fit für den Klimawandel zu machen. Als Jagdgenossinnen und Jagdgenossen haben Sie als Waldbesitzenden Einfluss auf die Bejagung Ihres Waldes. Nutzen Sie es, wo es erforderlich ist.

Bei der Entscheidung darüber, welche Baumarten künftig in unseren Wäldern stehen sollen, ist die Einschätzung der Standorte mit all ihren Eigenschaften erforderlich. Im öffentlichen Wald steht hierfür eine umfassende Standortskartierung zur Verfügung. Diese Kartierung gibt es im Privatwald so noch nicht. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt hat deshalb ein Projekt zur vereinfachten Standortskartierung im Privatwald gestartet. Hierzu werden neue Verfahren der Standortskartierung entwickelt und in einer Modellregion umgesetzt. Im Landkreis Emmendingen umfasst diese Modellregion die Wälder östlich der Elz.


Förderung:

Für die Beseitigung der Folgen von Extremwetterereignissen ( Schneebruch, Sturm, Trockenheit, Borkenkäfer…) stehen auch dieses Jahr wieder Fördermittel bereit zur Aufarbeitung, für die Überwachung der Bestände, das Hacken von Schadholz, für die Wiederbewaldung über Naturverjüngung und Pflanzung mit standortsgerechten und möglichst klimastabilen Baumarten.

Ihre Revierleiterinnen und Revierleiter stehen Ihnen hier gerne beratend zur Seite. Wo sinnvoll und möglich wird versucht, Sammelanträge anzubieten. Denken Sie auch daran, die Bundeswaldprämie zu beantragen, durch die nachhaltig bewirtschaftete Wälder mit 100- 120 €/ha von der Bundesrepublik gefördert werden
(sie muss online beantragt werden unter www.bundeswaldpraemie.de)


Wie geht es weiter?

Die Rundholzpreise konnten zum Jahreswechsel und im April angepasst werden. Wir haben beim Nadelstammholz aktuell wieder die Preise vom 4. Quartal 2018 erreicht.  Aber es gibt unterschiedliche Laufzeiten für unterschiedliche Verträge mit unterschiedlichen Konditionen.

Nadelstammholz für die Spanerindustrie ist gesucht und wird laufend übernommen, weil der Bau (und der Export) auf Hochtouren läuft. Die Nachfrage nach Douglasien-Stammholz ist eher noch höher als bei Fichte. Im Gegensatz zum Schnittholzmarkt stagniert die Papierproduktion und somit unsere Absatzmöglichkeiten für Industrieholz für die Papierindustrie. Die Laubholzsaison ist beendet, begrenzte Eichen- und Eschenmengen sind aber im Mai noch absetzbar.

Jetzt wäre also Zeit, sich um forstschutzrelevante Bestände zu kümmern und ehemalige Käferflächen zu rändeln oder abgängige Stämme zu ernten, bevor sie zu Käferholz werden.

Ihre Waldgenossenschaft und Ihr Forstamt Emmendingen möchten Sie bei der Arbeit in Ihrem Wald begleiten und unterstützen und wünscht Ihnen und Ihren Familien in den nächsten Wochen und Monaten viel Erfolg, viel Glück und Gesundheit in diesen turbulenten Zeiten.


Herzlichen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Vorstand Waldgenossenschaft: Hannelore Reinbold-Mench 

Forstamt Emmendingen: Dr. Martin Schreiner

Berichterstatter: Karl Weber, Dr. Frieder Hepperle, B. Baumann

Neue Verwaltungsvorschrift „Nachhaltige Waldwirtschaft“

Neuerungen der forstlichen Förderung in Zeiten von Dürre, Stürmen und Borkenkäfer

Für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sollen die Fördermaßnahmen der neu aufgestellten Verwaltungsvorschrift „Nachhaltige Waldwirtschaft“ eine passgenaue und schnelle Unterstützung sein.

Dies ist nötig, da sich die Wälder in Baden-Württemberg in einer Ausnahmesituation befinden. Der Klimawandel hat den Wäldern mit Dürre, Hitze und Schädlingen stark zugesetzt. Oberstes Ziel ist es, den Wald mit all seinen Leistungen für Mensch und Umwelt zu erhalten.

Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Fördermaßnahmen wird die Unterstützung der Waldbesitzer bei der Aufarbeitung von Schadholz sein. Der Fördersatz des letzten Jahres konnte auf 6 € je Festmeter (ohne Rinde) erhöht werden. Begleitet wird diese Maßnahme durch weitere Förderungen, welche zur Aufarbeitung ergänzt werden können. Zentraler Bestandteil sind auch attraktive Pauschalen und Vereinfachungen bei der Förderung einer anstehenden Wiederbewaldung. Zudem wurde ein komplett neues Maßnahmenpaket zur Förderung des Waldnaturschutzes geschaffen.

Die Försterinnen und Förster der Landesforstverwaltung an den unteren Forstbehörden beraten Sie gerne, um Sie in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen. Die Landesforstverwaltung informiert zusätzlich im Förderwegweiser des Landes unter www.foerderwegweiser.landwirtschaft-bw.de in der Rubrik Forstwirtschaftliche Fördermaßnahmen.



Betreuung im Privatwald

Information zu Änderungen im Zuge der Forstneuorganisation

Informationen zu Änderungen im Zuge der Forstneuorganisation. Warum gibt es Änderungen in der Privatwaldbetreuung, was ändert sich und was bleibt?

Bitte klicken Sie auf diesen LINK:

Flyer vom MINISTERIUM FÜR LÄNDLICHEN RAUM UND VERBRAUCHERSCHUTZ

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Holzmarkt

Information Herbst 2020

Fi / Ta Spanerholz

Nur wenige Kunden sind mit Nasslagermengen und nachlaufendem ZN überversorgt. Die meisten Firmen sind an Frischholz interessiert, eine Preisentwicklung zwischen 72-75.-€/Fm im Leitsortiment scheint möglich. Wir möchten Ihnen deshalb empfehlen, die guten Witterungsbedingungen im Herbst zu nutzen, vorratsreiche Bestände zu durchforsten und labile Schadholzreste zu räumen. Die Buchdruckerpopulation, die in unseren Wäldern überwintern wird, ist hoch und die Gefahr einer Massenvermehrung im nächsten Jahr ist realistisch.

Douglasienstammholz

Die Douglasie wurde in den letzten 3 Jahren immer stabil nachgefragt, die Preise haben im Gegensatz zu Fichte und Tanne eher zugelegt und die weitere Prognose ist ebenfalls positiv. Aktuell liegen wir im Dgl-Leitsortiment deutlich über 100 €/Fm. Douglasienstammholz kann deshalb in allen Sortimenten unbegrenzt weiter bereitgestellt werden.

Palettenholz für die regionale Sägeindustrie

Die Nachfrage nach Palette- lang und Palette-Fixlänge hat sich wieder deutlich erhöht, die Waldlager wurden abgebaut. Es bestehen aktuell gute Möglichkeiten entsprechende Hölzer, gerade im ZN-Bereich (dürre Tannen und Fichtenkäferholz) einzuschlagen und zeitnah zu vermarkten.

Nadelindustrieholz für die Papierindustrie

Bei STORA ENSO sind im November weitere Produktionsstillstände geplant. Laufende Übernahmen sind zwar möglich, die Mengen sollten aber unsererseits bis Jahresende eher auf einem geringeren Niveau gehalten werden.

Eichen- und Eschen-Stammholz

Die Ausgangslage und die Preise sind ähnlich gut wie im letzten Jahr. Unsere Einschlagsempfehlung gilt weiterhin, auch für die Räumung von abgängigen Eschenbeständen (auch in schwächeren Dimensionen).

Buchenstammholz

Es gibt für unsere Mitglieder ein umfassendes Angebot für die Vermarktung von Buchenstammholz in fast allen Sortimenten (reg. Sägewerke, Export, Pollmeier). Den Waldbesitzern wird empfohlen, die Chancen zu nutzen und sich von ihren Revierleitern entsprechend beraten zu lassen. Da sich das Verhalten der Exportmärkte aber noch nicht endgültig absehen lässt, wird empfohlen, den Bucheneinschlag bis Ende Februar 2021 abzuschließen.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass sich der Holzeinschlag über die Wintermonate bei vielen Sortimenten rechnen wird und empfohlen werden kann. Welche Auswirkungen die neuen Corona-Einschränkungen haben werden ist allerdings noch nicht absehbar. Zum Schluss möchten wir noch kurz über die Tätigkeit der Waldgenossenschaft im Jahre 2020 berichten. Nachdem im Bereich Forstschutz und Käferbefall ein schwieriges Jahr prognostiziert wurde, ist es gelungen, die Vorvertragsmengen für die Massensortimente zu erhöhen, damit der Marktzugang für Ihr Holz durchgehend sichergestellt werden konnte. In diesem Jahr waren keine Nadelholzexporte im Container nach Asien erforderlich. Im Frühjahr wurden Nasslager für das Sturmholz aus dem Februar eingerichtet, um den Markt zu entlasten. Ein besonderer Dank gilt hier der FBG Simonswald, welche das Nasslager Kilpen eingerichtet hat und betreut. Für die Nasslagerkosten, welche nicht durch die Förderung gedeckt sind, wird eine Kostenbeteiligung in Höhe von 2,5-3 €/Fm bei der Gutschrift einbehalten. Außerdem werden bis Weihnachten alle 3 Nasslager abgerechnet und an die Waldbesitzer ausgezahlt werden können (teilweise tritt die Waldgenossenschaft in Vorlage). Außerdem ist es gelungen, größere Käferholzmengen durch Hacken und Vermarktung an die Holzwerkstoffindustrie zu entsorgen.

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